Fazit der Diplomarbeit

Während der Bearbeitung der Diplomarbeit wurden sehr verschieden geartete Phasen durchlaufen. Zu Beginn war es von Nöten, bei der Planung und Definition der Website, Gesichtspunkte eher theoretischer Natur zu bearbeiten. Einen praktischeren Charakter hatte die Entwicklung der Informationsarchitektur inne, da an dieser Stelle z.B. mehrere Koordinierungsgespräche mit dem beteiligten Unternehmen geführt werden mussten, um die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Internetpräsenz zu definieren. Eine besondere Schwierigkeit dabei war es, die Vorstellungen des Unternehmens in eine webkompatible Form zu übertragen. Während der Auseinandersetzung mit dem Design- und Layoutkonzept war Kreativität, Einfallsreichtum und zugleich ein Sinn für be-nutzerfreundliche Gestaltung unter Beachtung von Gesetzmäßigkeiten aus der Theorie (z.B. Farbsymbolik, Typografie etc.) gefragt. Dabei wurde der Ansatz verfolgt, einen ersten Entwurf anzufertigen, der in der voranschreitenden Entwicklung unter Rücksprache mit den Referenten weiter verfeinert und ausgearbeitet wurde. Die Realisation erforderte die selbstständige und systematische Einarbeitung in ein vollkommen neues Themengebiet, wobei für auftretende Probleme zeitnah Lösungen gefunden werden mussten. Es wird schnell deutlich, dass sich die Anfertigung der schriftlichen Diplomarbeit abwechslungsreich, themenübergreifend und breit gefächert gestaltete. Durch die getroffene Entscheidung als Diplomträger ein Unternehmen zu wählen und kein theoretisches Thema ohne Beteiligung der Wirtschaft zu bearbeiten, wurde eine direkte Praxisnähe geschaffen. Weitere Erfahrung im Umgang während eines Kundenverhältnisses konnte so gesammelt werden.

Die Verwendung von Open Source-Software für den produktiven Einsatz kann ich nach Abschluss dieser Arbeit nicht in allen Punkten empfehlen. „GIMP“ als Bildbearbeitungsprogramm bietet einen sehr großen Funktionsumfang und grundsätzlich eine breite Auswahl an Werkzeugen, die weit über die nötigen Basistools für die Bearbeitung von Grafiken für den Webbereich oder der Erstellung eines Layoutentwurfs hinausgehen. Die Bildkomposition und -manipulation ist problemlos auf relativ hohem Niveau möglich und vollkommen zufriedenstellend für den Bildschirmgebrauch. Die typografischen Möglichkeiten von „GIMP“ sind allerdings sehr beschränkt. Viele Optionen werden an dieser Stelle vermisst. Die Bedienung der Software ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig und nicht an üblichen Programmstandards orientiert, doch erscheinen einige Prinzipien nach mehrfachem Gebrauch als logisch, durchdacht und konsequent. Die Einarbeitung erfolgte relativ schnell nach Überwindung der Anfangsphase. Aufgrund der fehlenden Unterstützung des CMYK-Farbraums disqualifiziert sich „GIMP“ für den Gebrauch im Print-Bereich.

Der gewählte HTML-Editor enttäuschte vollends. Häufige unmotivierte Programmabstürze und ein unübersichtlicher Codeaufbau führten sehr schnell dazu, für die Erstellung der XHTML-Designvorlage auf einen simplen Texteditor umzusteigen. Auf „Nvu“ wurde ab diesem Zeitpunkt komplett verzichtet. Da die Umsetzung des Layouts lediglich eine Vorlagendatei erforderte, die vom CMS später selbstständig verwaltet wurde, schmerzte diese Entscheidung nicht sehr.

Ein komplett anderes Bild zeigte sich wiederum bei dem gewählten Content Management System TYPO3. Die Leistungsfähigkeit und der Funktionsumfang dieser kostenlosen Software ist enorm. Nach geglückter Einrichtung und richtiger Konfiguration sind erste Erfolgserlebnisse z.B. in Form von darstellbaren, dynamisch erzeugten Elementen sehr schnell und mit wenig Aufwand erreicht. Es überrascht im ersten Moment geradezu, wie simpel eine Navigation mit den Bordmitteln, die TYPO3 zur Verfügung stellt, realisiert werden kann. Die gesamten Interaktionselemente der nordEnergie-Seiten basieren lediglich auf ein paar Zeilen CSS und wenig TypoScript. Die eigene Skriptsprache des CMS zur Programmierung und Beschreibung von Elementen ist sehr schnell zu erlernen und leicht begreiflich. Sicherlich halfen bei dem Umgang mit der Skriptsprache die während des Studiums gesammelten Programmiererfahrungen. Das System ist in seiner Standardinstallation bereits sehr mächtig und kann durch den modularen Aufbau mit Erweiterungen frei skaliert werden. Das Redakteure-Modell kann für die Vergabe von geeigneten Benutzerrechten optimal passend zu den Fähigkeiten und Bedürfnissen eines Mitarbeiters genutzt werden. Für klein- und mittelständische Internetauftritte ist TYPO3 aus meiner Sicht, dank seiner einfachen Bedienung und Fülle an Funktionen, uneingeschränkt zu empfehlen.

Das von mir gewählte Gebiet stellt eine sehr praxisnahe und anwendbare Thematik dar, die selbstständig erarbeitet wurde. Die erfolgreiche Konzeption und Umsetzung erforderte neben der fachlichen Qualifikation die Fähigkeit bisher unbekannte Zusammenhänge zu erfassen, zu verinnerlichen und auf den Ergebnissen aufbauend neue Strategien sowie Lösungsansätze zu entwickeln. Außerdem war zusätzlich zur Anwendung von problemorientierter Handlungsweisen und der fächerübergreifenden Betrachtung des Themas ebenso eine ausgeprägte soziale Kompetenz während des Umgangs mit Vertretern der Firma notwendig. Das produktive Endergebnis dieser Diplomarbeit ist zu vollster Zufriedenheit des Unternehmens ausgefallen und wird in naher Zukunft der nordEnergie als repräsentativer Internetauftritt dienen.

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