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Zielgruppen

Im vorausgehenden Strategiepapier wurden bereits die Kernzielgruppe und die weiteren Zielgruppen der Internetpräsentation kurz angeschnitten. Im Vergleich zu anderen Medien sind die Ansprüche auf Nutzerseite heutzutage enorm hoch, da das Web mittlerweile als Werkzeug betrachtet wird, mit dem man verschiedenartige Dinge schnell erledigen kann und kostenlos Informationen zu allen denkbaren Themen findet . Die bloße Nennung der Gruppen im Strategic Brief reicht dementsprechend bei weitem nicht aus, um konkrete und brauchbare Aussagen über die Benutzer machen zu können, welche wiederum bei der Konzeption hilfreich sind.

Zusätzlich zu beachten ist, dass sich oftmals Motive und Bedürfnisse der Zielgruppe weniger demografisch als situations- und rollenspezifisch begründen . Es muss die Aufmerksamkeit der angestrebten Nutzer auf sich gezogen werden. Hierbei kann die Betrachtung der Zielgruppenstruktur enorm behilflich sein.

Angemerkt werden sollte, dass es sich bei den Aussagen, die in diesem Kapitel getroffen werden, eher um Richtungen als um direkte Festlegungen handelt und das Ergebnis realistisch betrachtet eine gewisse Streuung nach oben und unten zulässt.

Dringender Klärung bedürfen folgende Aspekte:

  • Altersstruktur
  • EDV-Kenntnisse/Interneterfahrungen
  • Geschlechterverteilung
  • Allgemeine Bildung
  • Berufsstruktur
  • Fachkenntnisse der Thematik

Um zuverlässige Informationen über diese Charakteristika der Internetnutzer zu erhalten, soll eine Untersuchung eines Marktforschungsinstituts dienen:

  • Internet-Strukturdaten, 1. Quartal 2005 (Stand 04.04.2005), erhoben von der Forschungsgruppe Wahlen. In Telefon-Umfragen erhebt die Forschungsgruppe Wahlen regelmäßigen Strukturdaten zur Internet-Nutzung in Deutschland. Im ersten Quartal 2005 wurden 3.762 Personen im Januar bis März diesen Jahres befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die im Strategiepapier aufgeführte Kernzielgruppe des Internetauftritts werden Unterneh-mer bzw. Unternehmen als Investoren in Photovoltaikanlagen sein. Als weitere Zielgruppen kommen Landwirte und Privatpersonen bzw. Gruppen von Privatpersonen in Frage. Es sollen nun, durch die Analyse der in der Studie erhobenen Daten unter Berücksichtigung oben genannter Kriterien, Rückschlüsse für die Gestaltung und Konzeption des zukünftigen Internetauftritts gezogen werden.

Internetzugang in den Altersgruppen 2005
Internet-Zugang in den Altersgruppen, Quelle: Internet-Strukturdaten I. Qrt. 2005

Beruft man sich auf die Studie und deren Alterseinteilung, ist von der Altersstruktur her bei entscheidungskompetenten Unternehmern davon auszugehen, dass sich diese Gruppierung größtenteils im Bereich ab minimal 30 Jahren bis 59 Jahren bewegen werden (eine gewisse Streuung nach oben und unten muss berücksichtigt werden und ist, wie bereits einführend angedeutet, sicher realistisch). 78% der 30 bis 39 Jährigen, 76% der 40 bis 49 Jährigen und 67% der 50 bis 59 Jährigen verfügen über einen Zugang zum Internet (diese Anteile liegen mittlerweile nur gering unter denen der Internetnutzer von 18 bis 29 Jahren wie der Abbil-dung zu entnehmen ist). Landwirte und Privatpersonen/Gruppen von Privatpersonen mit den nötigen finanziellen Mitteln für den Bau einer Photovoltaikanlage werden vermutlich in ähnlichen Altersgefilden angesiedelt sein.
Es lässt sich daraus ableiten, dass mindestens ein allgemeines Grundverständnis von internetüblichen Bedien- und Navigationskonzepten bei diesen relativ hohen Anteilen in den Zielgruppen vorausgesetzt werden darf. Wie diese Erfahrungen qualitativ einzuordnen sind, lässt sich allerdings anhand der Grafik nicht genauer feststellen. Bei der Entwicklung und Gestaltung der Internetseite sollte demzufolge zwingend darauf geachtet werden, dass aufgrund des vorangeschrittenen Alters und der nicht einschätzbaren Erfahrungsqualität, ein eher konservativer und wenig experimenteller Konzeptionsansatz, welcher sich neben der Altersstruktur zusätzlich in der seriösen Solarthematik widerspiegelt, verfolgt werden sollte, um den Zielgruppen gerecht zu werden. Nur so kann ein gruppenspezifisch angepasstes, optimales Endergebnis mit leicht verständlichem Strukturaufbau und intuitiv erfassbaren Layoutdimensionen erreicht werden.

Die Geschlechterverteilung sollte bei dem Thema Photovoltaik im Grunde genommen keine dominante Rolle spielen dürfen. 67% Prozent der Männer nutzen das Internet. Dies sind elf Prozentpunkte mehr als bei den Frauen (56%) . Als einzige Schlussfolgerung könnte man rein spekulativ dem männlichen Nutzer als potenziellen Kunden ein höheres Technikinteresse zusprechen, welches allerdings einen leicht diskriminierenden Charakter offenbart und voraussichtlich nicht zum Tragen kommt.

Internet-Zugang in den Bildungsgruppen
Internet-Zugang in den Bildungsgruppen, Quelle: Internet-Strukturdaten I. Qrt.l 2005

Das Diagramm der Internet-Zugänge aufgeschlüsselt nach der allgemeinen Bildung zeigt an, dass mehrheitliche 80% der Personen mit Hochschulreife (entsprechen der Zielgruppe Unternehmer) einen Zugang zum World Wide Web ihr Eigen nennen können. Vier von Fünf Personen aus diesem Bereich nutzen das Internet. Landwirte und Privatpersonen finden sich vereinfacht formuliert in grundsätzlich allen Bildungsgruppen wieder (angefangen bei Hauptschulabsolventen bis hin zur Hochschulreife). An diesem Punkt dürften die Zahlen des 61%igen Durchschnitts in Frage kommen.

Die Erkenntnisse, welche bereits durch Betrachtung der Altersstruktur gewonnen werden konnten, verdichten sich auch bei den Bildungsgruppen weiter zu der Annahme, dass ein sehr ausgeprägtes Interesse an der Verwendungen von webüblichen Kommunikations- und Interaktionsmitteln besteht. Damit verbundenen ist ein recht geübter Umgang mit dem Medium Internet.

Internet-Zugang in den Berufsgruppen 2005
Internet-Zugang in den Berufsgruppen, Quelle: Internet-Strukturdaten I. Qrt. 2005

Die Verteilung der Internet-Zugänge innerhalb der Berufsgruppen lässt weitere Rückschlüsse dahingehend zu, dass das World Wide Web keineswegs ein unbeschriebenes Blatt für den zukünftigen nordEnergie-Seiten-Besucher darstellt, da die Nutzung zum Teil 80% (bei den Selbstständigen) beträgt, wodrunter Unternehmer zweifelsohne einzustufen sind. Leitende Angestellte sind mit 67 Prozentpunkten überdurchschnittlich viel im Internet vertreten, genauso wie die mittleren Angestellten (63%), denen die Zielgruppe der Landwirte und der Privatpersonen entspricht.

Internetzugang unter den Wählern der ... 2005
Internetzugang unter den Wählern der …, Quelle: Internet-Strukturdaten I. Qrt. 2005

Eine interessante Beobachtung lässt sich bei der Analyse der Parteipräferenzen machen. Anhänger der Grünen sind überdurchschnittlich stark im Netz vertreten (84%, der Durchschnitt liegt bei 61%). Rückschlüsse auf die Fachkenntnisse der User lassen sich trotzdem nicht ziehen. Allgemein ist zu vermuten, dass die Fachkenntnisse eher gering ausgeprägt sind und die Inhalte dementsprechend leicht verständlich aufbereitet werden müssen. Des Weiteren ist es unklar, ob sich aus der politischen Gesinnung ein wirklicher Vorteil für einen Internetauftritt mit ökologischen Themen wie der Photovoltaik ableiten lässt. Dies kann nur vermutet werden. Kontraproduktiv dürfte es sich allerdings kaum auswirken. Dennoch: entscheidender für den Erfolg der Webpräsenz wird das auf Grundlage der Betrachtungsergebnisse zu entwickelnde Konzept sein.

Zusammenfassend für diesen Abschnitt lässt sich festhalten, dass durch die Diskussion der Aspekte wie Altersstruktur, Berufsgruppen, Interneterfahrungen usw., die Chance des Pro-jekterfolgs durch den, im Verhältnis gesehen, starken Internetbezug in den anvisierten Ziel-gruppen gegeben ist. Die zukünftigen Leser sind dem Internet allgemein offen gegenüber eingestellt und zeigen deutliches Interesse an dem Angebot, welches möglichst simpel, intuitiv und schlicht angelegt werden sollte.

Ziel des Internetauftritts

Die Ziele eines Internetauftritts lassen sich meist analog zu den bestehenden Unternehmenszielen herleiten. Im Strategiepapier wurde bereits eine Unterteilung in „Primärziel“ und „weitere Ziele“ vorgenommen, welche an dieser Stelle ebenfalls beibehalten werden soll. Die Formulierung der Ziele erfolgt in Form von zukünftigen Soll-Zuständen .

Das Primärziel laut Strategiepapier ist:

„Die nordEnergie AG gehört zu den bekanntesten und kompetentesten Photovoltaikan-bietern in Norddeutschland mit höchster Reputation.“

Diese visionär formulierte Vorstellung stellt das Hauptziel, welches mit dem Internetauftritt zu erreichen versucht wird, dar. Die weitere Umschreibung soll der Vision mehr Inhalt verleihen.

Die nordEnergie AG ist ein junges Unternehmen (gegründet Sommer 2004), welches seit dem offiziellen Markteintritt seine Marktposition offensiv ausbauen will. Erste Photovoltaikanlagen wurden schnell errichtet und mittlerweile sind in kurzer Zeit bereits insgesamt sechs Installationen entstanden (Stand April 2005). Darunter befindet sich die Pilotanlage auf dem Dach der gewerblichen Lehranstalten Bremerhaven (GLA), welche bisher die größte Umsetzung darstellt.

Um die Marktposition zu festigen und vor allem zukünftig auszuweiten, ist es für ein modernes Unternehmen wie der nordEnergie AG heutzutage unumgänglich, im Web mit qualitativ hochwertigem Content vertreten zu sein, wodurch der Bekanntheitsgrad und das Ansehen des Unternehmens gesteigert wird. Die nordEnergie AG wird als Solarenergieanbieter aus Bremerhaven in den Medien, den Köpfen und allgemein in der Öffentlichkeit präsenter auftreten als bisher.

Die weiteren Ziele lauten:

„Der Kundenstamm ist deutlich angewachsen.“
„Ein junges und modernes Image ist geprägt.“
„Die Verbindung von Ökologie mit Ökonomie ist hergestellt.“

Eng verknüpft mit dem Primärziel sind diese drei anzustrebenden Zustände. Die Gewinnung von Interessenten und in erste Linie Neukunden ist unmittelbar mit einer Steigerung der Bekanntheit verbunden, da mehr potenzielle Kunden auf die Angebote und Möglichkeiten, welche die nordEnergie zur Verfügung stellt, aufmerksam werden.
Die Imageprägung und sichere Etablierung der nordEnergie AG als eigenständige Marke werden ebenso auf die breitere Medienpräsenz zurückzuführen sein.
Ein wichtiger Zusatzaspekt ist die Verdeutlichung der Verbindung von Ökologie mit Ökono-mie, die durch den Einsatz von sauberer Solarenergie erreicht wird. Bei der Errichtung einer Solaranlage handelt es sich um eine ökologische Investition in die Zukunft, die sich gleicher-maßen für Investor und Umwelt auszahlt. Diese Grundidee wird in das Internet portiert und mediengerecht abgebildet.

Planung und Definition der Website

Nach der allgemeinen Grobdefinition der gestellten Aufgabe ist bei der Planung und Definition der Website zuerst auf die angestrebte Zielausrichtung des zukünftigen Internetauftritts einzugehen. Unumgänglich und essenziell wichtig ist dabei eine Diskussion der potenziellen Zielgruppen (inklusive der Erwartungen des Users an die Website und der Häufigkeit der Nutzung), um den zu realisierenden Auftritt zielgruppenspezifisch gestalten und auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der zukünftigen Nutzer optimieren zu können.

Zusätzlich sollen an dieser Stelle bereits grundlegende technologische Gesichtspunkte wie die Browserkompatibilität, die zu erwartenden Ladezeiten, die technischen Anforderungen an den Webserver und das inhaltliche Pflegekonzept festgelegt werden